Metakognition: Wie du aus deinen Gedanken aussteigst
Shownotes
Deine eigenen Gedanken beobachten können ist der Teil von Selbstführung, über den kaum jemand redet. Metakognition, Denken über das Denken, ist der Moment wo du aus dem Autopiloten trittst, bevor er für dich entscheidet.
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00:00:01: Du musst nicht jeden Gedanken mitmachen, der in deinem Kopf auftaucht.
00:00:05: Aber du musst lernen, sie zu sehen!
00:00:33: Seit zwanzig Minuten führst du gleichzeitig ein Gespräch in deinem Kopf, das noch nicht stattgefunden hat.
00:00:40: Manchmal gewinnst Du die Diskussion und manchmal verliert sie je nachdem in welchem Modus Du gerade feststeckst.
00:00:46: Zwischen zwei Ampeln hältst Du kurz inne und merkst Ich bin seit einer halben Stunde mental komplett woanders Aber das Gespräch findet doch erst in zwei Tagen statt.
00:00:57: Hier ist gerade nichts passiert außer Autofahren.
00:01:00: Das ist der Catch.
00:01:01: Nicht dass Gespräch.
00:01:02: Es ist dieser Moment, wo du merkst... dass du merkest.
00:01:06: Und wie das heißt?
00:01:07: Das heisst Metacognitionen Denken über das Denken Dieser kurze Augenblick, wo Du aus dem Film raus trittst und siehst Ich schaue gerade ein Film und der läuft ausschließlich in meinem Kopf!
00:01:22: Das klingelt ein bisschen nach Meditation.
00:01:25: Sorry, das ist es nicht.
00:01:27: Metac cognition ist eine Ebene drüber Nicht ein Gefühl benennen oder regulieren sondern merken, was der Kopf gerade überhaupt macht.
00:01:36: Ich habe das selber vor einer Weile so deutlich erlebt dass es mich eigentlich fast geschockt hat.
00:01:41: Da komme ich später nochmal drauf zurück.
00:01:43: aber erstmal das.
00:01:44: John Flaville Entwicklungspsychologe aus den USA mal wieder hatte in den siebziger Jahren beschrieben wie Kinder diese Fähigkeit aufbauen.
00:01:52: kleine Kinder stecken vollständig in dem was die denken und dann irgendwann kommt dieser Moment Oh!
00:02:02: Und das ist keine Erkenntnis über den Inhalt, es ist eine Beobachtung der Form.
00:02:07: Es ist ein Raussummen bevor man überhaupt begriffen hat dass man eigentlich reingesumed war.
00:02:13: Flevel hat das bei Kindern untersucht.
00:02:18: Das Prinzip ist dasselbe mit vierzig nur auf einer anderen Bühne.
00:02:22: Erwachsene verlieren diese Fähigkeit nicht.
00:02:25: Sie trainieren sie nun meistens nicht.
00:02:28: Was Flevel damals beschrieben hat keine Kindheitskompetenz, die irgendwann abläuft.
00:02:37: Sie verkümmert vielleicht und verkümmern ist etwas anderes als verlieren.
00:02:43: man kann definitiv etwas wieder freischaufeln das noch da ist.
00:02:48: Und was sich verändert wenn man es findet ist vielleicht nicht spektakulär Es ist eher dieses du bist in einem scenario dass ich wie realität anfühlt.
00:02:57: Du machst dann einen Schritt zurück und erkennst es als eben das, was ist ein Szenario.
00:03:04: Das Gespräch, das noch nicht stattgefunden hat, ist plötzlich wieder Film... ...und nicht Wirklichkeit!
00:03:11: Und das verändert das Erregungslevel in deinem Körper.
00:03:13: Super spannend!
00:03:14: Es passiert nicht immer aber es passiert auf jeden Fall öfter als ohne den Beobachter.
00:03:20: Witzig im Alltag passiert das ständig und meistens unbemerkt.
00:03:25: Du sitzt in einer Meeting Weißt irgendwann, dass du die letzten drei Minuten nicht zugehört hast.
00:03:30: Weil du schon dabei warst zu formulieren was du gleich sagen willst oder Du schreibst eine Mail und bist schon mitten in der Erklärung warum du recht hast Und irgendwas lässt dich kurz innehalten und du liest den ersten Satz nochmal und denkst dir Warum schreibe ich das eigentlich gerade?
00:03:47: Oder in einem Meeting, im Gespräch whatever?
00:03:51: Die andere Person sagt etwas Dass dich irgendwie berührt.
00:03:54: Du bist noch unklar warum Du merkst aber trotzdem, wie du in Sekundenbruchteilen eigentlich schon wieder bei der Antwort bist.
00:04:03: Was sagst du jetzt?
00:04:04: Wie klingst du dabei?
00:04:05: Klingsst du nach jemandem, dem der zuhört oder nach jemanden, der schon fertig ist – schon am Ende mit dem Gespräch.
00:04:13: Was passiert mit dem was die andere Person gerade gesagt hat?
00:04:18: Weg!
00:04:20: Du hast es nicht wirklich verarbeitet.
00:04:22: Du warst schon beim Ausgang vom Gespräch.
00:04:24: ich kenn das selbst in Meetings oder Situationen, die unter Druck sind.
00:04:28: Auch im privaten übrigens.
00:04:31: ich bin manchmal schon bei Punkt drei der Gegenargumente während jemand noch Punkt eins erklärt.
00:04:37: von außen sieht das wahrscheinlich vielleicht hoffentlich manchmal nach aktivem Zuhören aus.
00:04:44: von innen ist es Reaktionsmanagement.
00:04:47: irgendwann nach einem langen Tag kommt kurz dieser Moment.
00:04:51: du merkst dass du eben nicht mehr wirklich da bist.
00:04:57: Das Gespräch läuft, aber eigentlich hört keiner wirklich zu.
00:05:02: Vielleicht sind es dann einfach nur zwei Menschen die ihre Texte verwalten wenn man so will und das ist nicht böswillig ja?
00:05:10: Das ist Autopilot!
00:05:12: Aber dieser kurze Moment wo du es siehst... ...ist die Öffnung in eine neue Welt oder nachts halb vier.
00:05:20: Du liegst wach Eine Gedanke für zum nächsten eine Stunde Und dann kommt dieser kurzen moment Wo du merkst, ich liege hier im Dunkeln und fahre Szenarien ab die morgen entweder gar nicht eintreffen oder sich völlig anders entwickeln als ich mir das gerade ausdenke.
00:05:37: Das ist ja immer so!
00:05:39: Und für eine Sekunde siehst Du was da vor sich geht von außen.
00:05:44: Da liegt jemand der schläft nicht Der denkt.
00:05:47: Diese Sekunde ist der Beobachter In der bist Du kurz nicht mehr das was gedacht wird?
00:05:54: Du bist der der zuschaut.
00:05:57: Das klingt vielleicht erstmal ein klein Banal, aber wenn du merkst dass du dich innerlich verteidigst bevor irgendjemand überhaupt was gesagt hat kannst du anders einsteigen.
00:06:07: Okay?
00:06:08: Wenn du feststellst das du gerade nicht zuhörst sondern wartest bist du reden kannst hast du die Wahl und diese Wahl gibt es nicht solange Du einfach mittendrin steckst.
00:06:19: ich habe das vor einigen Monaten auf eine Art gemerkt die mich ehrlich gesagt etwas erschrocken hat, hatte ich eine ganz schon gesagt schwierige Situation mit einem Kollegen.
00:06:28: nichts dramatisches.
00:06:29: Okay?
00:06:30: Eher so ein andauernd ausdauerndendes Reiben und äh... Ich habe mich an dem Dienstagabend dabei erwischt wie ich seit über einer Stunde dieses Einigespräch von der Woche zuvor in Gedanken durchlaufen hab was ich hätte anders sagen können Wie er vielleicht reagiert hätte, wie ich dann reagiert hätten komplett im Kreis immer wieder und immer wieder.
00:06:54: Ich habe an dem Abend nichts von denen gemacht, was ich eigentlich machen wollte.
00:06:58: Ich war nicht präsent, ich war eigentlich nirgendwo nur in diesem Loop.
00:07:03: Was mich ehrlich erschrocken hat, war nicht dass das passiert sondern wie lange es gebraucht hat bis ich das überhaupt bemerkt hab.
00:07:11: was da passiert.
00:07:13: über eine Stunde einfach so weg!
00:07:16: Das schwierige ist der Beobachter is kein Dauerzustand.
00:07:20: er taucht kurz auf und dann ist er wieder weg.
00:07:25: Du läufst drei Tage dieselbe Gedankenschleife und merkst es erst am vierten.
00:07:29: Hoffentlich!
00:07:30: Oder auch am sechsten, das ist kein Versagen sondern dass es wie unser Gehirn funktioniert.
00:07:36: Und dann noch was?
00:07:37: Natürlich unter Druck ist der Beobachter als allererstes weg.
00:07:42: Das ist das Gemeinde daran Genau wenn er eigentlich am allermeisten gebraucht würde in schwierigen Gesprächen im Stress.
00:07:49: Wenn die Deadline kommt Dann zieht er sich zurück.
00:07:52: Stress verengt Den Fokus.
00:07:56: Evolutionär macht das Sinn, weil man beim Flüchten vor Gefahr keinen Selbstreflektionszentrum braucht.
00:08:03: im Büro hilft es weniger.
00:08:05: Das heißt nicht dass üben generell sinnlos ist.
00:08:09: Es heißt dass man den Beobachter in ruhigen Momenten trainiert damit er in den unruhigen zumindest eine Chance hat.
00:08:17: Das ist so wie mit dem Muskelgedächtnis Die Fähigkeit wächst nicht dadurch, dass du dir mehr Mühe gibst.
00:08:25: Sie wächst dadurch, dass du überhaupt anfängst danach ausschaut zu halten.
00:08:30: Ich sag mir inzwischen manchmal wenn ich merke das sich in einem Szenario feststecke das so nicht passieren wird?
00:08:39: Ich bemerke gerade das.
00:08:41: ich bemerkte Nicht weil mich das beruhigt sondern weil es kurz das Tempo bricht und in dem Bruch ist dann Raum.
00:08:50: Manchmal ist es nur ein halber Atemzug Aber das reicht, um wieder der Techniker zu sein, der auf die Anzeige drauf guckt anstatt die Anziger selbst zu sein.
00:08:59: Also für diese Woche erwischte ich mal dabei wie dein Kopf auf Autopilot läuft und in welchem Gespräch du schon bist dass du noch gar nicht geführt hast, dass erst noch stattfinden soll.
00:09:10: In welchem Szenario du feststeckst, dass so ähnlich kommt?
00:09:14: Und sag sie nochmal kurz Ich bemerke gerade, dass ich bemerkere Mehr braucht es erstmalig.
00:09:22: Vielleicht schreibst du es in den Kommentar, wenn du Lust hast.
00:09:26: Fände ich sehr interessant!
00:09:27: Ich bin Kai.
00:09:28: das ist Bodenhaftung.
00:09:30: Folge sechs kommt nächsten Donnerstag bis dahin.
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