Gefühle sind Daten, kein Drama
Shownotes
Emotionen zu unterdrücken kostet mehr als du denkst: Blutdruck, Stresshormone, das Vertrauen deines Teams. Was Emotionsregulation wirklich bedeutet: nicht Kontrolle, sondern Gefühle als Daten lesen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Emotions-Ribulation heißt nicht, den Sturm abzuschalten.
00:00:04: Es heißt in Lesen zu nehmen.
00:00:16: Moin und herzlich willkommen bei Folge vier!
00:00:18: Das ist Bodenhaftung.
00:00:20: ich bin Kai Und heute geht's darum warum du der ruhigste Mensch im Raum sein kannst und innerlich trotzdem am Kochen bist?
00:00:29: Was das für dein Umfeld und dich selbst bedeutet.
00:00:31: Also wer hier zuguckt, aber heute gibt es ein bisschen mehr Neon.
00:00:36: Ich glaube, das passt irgendwie ein bisschen besser zu mir.
00:00:39: Also pass auf!
00:00:41: Du sitzt im Meeting.
00:00:42: Dein Chef nimmt dein Projekt auseinander.
00:00:45: Vor allem natürlich in dir drin.
00:00:47: Wut, Charme, Rechtfertigungsimpuls, das volle Programm.
00:00:53: Du bist echt angepisst aber eben innen drin.
00:00:56: und dann kommt dieser eine Satz hoch heißt dich zusammen und sei professionell.
00:01:01: ganz ehrlich Da liegt das Problem.
00:01:04: Wir verwechseln nämlich emotionale Reife mit emotionaler Unterdrückung.
00:01:09: Das sieht gleich aus, es funktioniert aber komplett anders.
00:01:13: Der souveräne Mensch so die Fantasie bleibt ruhig ist glatt und unerschütterlich eine Art Buddha im Business Casuals.
00:01:23: ein geiles Bild Sieht gut aus ist oft nur hübsch verpackter Stress.
00:01:30: James Gross von der Stanford University hat das untersucht und was er gefunden hat, ist eigentlich Paradox.
00:01:36: Wenn wir suchen einen Emotionsunterdrücken also den äußeren Ausdruck zu stoppen dann wirken wir von außen ruhiger!
00:01:45: Von Außen aber innen.
00:01:48: Blutdruck hoch Herzfrequenz hoch Cortisol durch die Decke Wir sehen total ruhig aus Aber unser System verbrennt.
00:01:57: da kann man so richtig kleine Explosionen Popillen sehen.
00:02:01: Und das Irre alle um dich rum spüren, dass trotzdem der Stresspegel deiner Gesprächspartner steigt messbar wenn du deine Emotionen unterdrückst.
00:02:13: Dein Körper lügt halt schlecht.
00:02:16: dein Team merkt es dein Partner merkt ist und deine Kinder die merken das sowieso die am allermeisten Kinder haben eine wahnsinnig gute Antenne für so was.
00:02:28: ich habe das lange nicht richtig eingeordnet.
00:02:32: und dann kam so eine runde wie die eben beschriebene vor ein paar jahren.
00:02:39: Ein projekt bzw.
00:02:40: eigentlich der faktor, die ganze firma wurde tot diskutiert das budget wurde gestrichen und dass alles auch recht öffentlich und ich war danach vollkommen ruhig fand ich zumindest bin ins Auto gestiegen, Musik an, ab in den Feierabendverkehr.
00:02:56: Der ganze Standard das war ein Freitag ich bin Teilzeitvater das waren Kinderwochenende mein Sohn war also am Wochenende da und es war in meinen Augen alles normal.
00:03:07: Ich war nicht kurz angebunden und habe mich irgendwie rumgewütet oder irgendwas kaputt gemacht so...ich war einfach da.
00:03:14: aber naja auch nicht wirklich ne?
00:03:17: Mein Kopf natürlich war noch in dem Meeting ... dem einen Satz, der mich besonders getroffen hatte und bei dem ganzen Kontext.
00:03:24: Ich meine wir haben uns echt den Arsch für aufgerissen... ...für das Projekt und für die Firma.
00:03:29: Und ich habe das an dem Wochenende sogar in mir drin nochmal gespürt, ja?
00:03:32: Diesen ganzen... Ah diese Anspannung!
00:03:35: Aber ich hab gedacht so ist es vorbei alles gut.
00:03:37: Mein Sohn erzählt mir irgendwas von der Schule, irgendwas mit einem Freund,... ...ich weiß es ehrlicherweise nicht mehr ganz genau was es war und ich habe genickt und eigentlich zugehört.
00:03:48: naja
00:03:48: ne?!
00:03:49: Eigentlich.
00:03:50: und irgendwann hat er einfach aufgehört zu reden.
00:03:54: Mitten im Satz fast, hat sich umgedreht und sein Lego weitergebaut.
00:03:57: Kinder merken das.
00:03:59: Sie merken dass nicht an den Worten An deinem nach außen getragenen Verhalten.
00:04:04: sie merken Das was mit dir ist immer Und ich habe da gesessen und nicht verstanden warum die Stimmung so gekippt ist.
00:04:11: Ich war doch professionell Vater gewesen oder?
00:04:14: Ich hätte noch nichts falsch gemacht.
00:04:15: Ja Stimmt!
00:04:17: Ich hab sogar eigentlich gar nichts gemacht.
00:04:19: Das war das Problem, weil unterdrückte Emotionen geht irgendwo hin.
00:04:26: Manchmal in Kälte und Distanz, manchmal in Kurzatmigkeit, manchmal dieses leichte Nicht anwesend sein dass keiner so richtig benennen kann.
00:04:38: aber alle spüren das Und irgendwann finden die Emotionen einen Weg nach draußen und meistens natürlich immer an den unpassendsten Orten mit den Leuten, die einem am wichtigsten sind.
00:04:51: Deshalb Gefühle sind keine Störungen sie sind Daten.
00:04:55: Wut ist erstmal kein Versagen der Selbstkontrolle.
00:04:57: Sie sagt hier stimmt was nicht okay Angst sagt das ist bedeutsam nimm das ernst und Trauer sagt Hier war Bindung und Scham dass es die Unangenehmste von allen oft sagt Hier steht was Soziales auf dem Spiel.
00:05:14: Stell dir mal vor, du würdest als Führungskraft nie Frustrationsspüren.
00:05:18: Das klingt erstmal gut und ich glaube viele würden das unterschreiben.
00:05:21: aber Frustration ist das Signal Ähnlich wie Angst.
00:05:26: Was ihr sagt hier stimmt etwas nicht.
00:05:29: Ohne das Signal änderst Du nichts.
00:05:31: Die Frage ist nie Wie werde ich das los sondern was versucht es mir zu sagen?
00:05:36: Und wenn du das einfach weg drückst Dann klebst du die Warnlampe im Auto auf dem Armaturenbrett ab, aber der Motor überhitzt trotzdem und du bleibst liegen.
00:05:46: Matthew Lieberman von der UCLA hat etwas entdeckt was mich sogar überrascht hat.
00:05:53: Wenn wir ein Gefühl einfach nur beim Namen nennen also zum Beispiel ich spüre gerade Wucht sinkt biologisch betrachtet neurologisch die Aktivität der Amygdala.
00:06:03: das ist dein emotionales Alarmzentrum da oben.
00:06:06: Gleichzeitig steigt die Aktivität im präfrontalen Cortex, dem Teil der eher klar und ruhig denken kann.
00:06:16: Allein das Benennen schafft Distanz!
00:06:20: Du treibst nicht mehr am Fluss der Emotionen sondern du stehst eher am Ufer und schaust zu.
00:06:27: Das Wasser ist noch da also die Emotionen aber du trinkst nicht in ihn.
00:06:32: Und wenn du merkst... Im Alltag, dass du hochgehst und kurz davor bist zu explodieren dann benennen das halt beim Namen.
00:06:44: Nicht laut natürlich nicht bewahre im Job schwierig einfach innerlich.
00:06:47: da ist Wut oder Da ist die Angst nicht zu genügend.
00:06:51: Statt reinzuspringen in Verteidigung oder einfrieren sagst Du Das Scham Dass das Gefühl bloß gestellt zu werden.
00:06:59: allein Dieser eine Satz diese Handlung ändert ne Menge.
00:07:06: du reagierst nicht mehr aus dem gefühl Du reagierst aus dem Wissen, dass das Gefühl da ist.
00:07:13: Okay und dann kommt noch eine Frage nicht wie werde ich das los sondern wozu ist es eigentlich da?
00:07:19: Super spannend!
00:07:21: So was bedeutet das für dich?
00:07:22: Wie kannst du damit umgehen?
00:07:23: Es gibt eine Methode dafür Aus der Achtsamkeit.
00:07:25: Tradition heiss drain klingt nach einem verringenden Retreat.
00:07:29: Wochenende ist es aber nicht.
00:07:32: Das war schon cool, bevor das Ganze cool wurde.
00:07:34: Rain heißt Recognize, Allow, Investigate und Non-identify.
00:07:39: Zuerst anerkennen was da ist okay?
00:07:42: Nicht bekämpfen einfach nur alles die Unruhe dann zulassen.
00:07:47: Das ist im Berufskontext brutal schwer weil wir gelernt haben dass Emotionen unprofessionell sind auf jeden Fall.
00:07:56: Zulassen bedeutet dabei aber nicht immer zeigen ok Gefühle haben ist nicht dasselbe wie Gefühlen rauslassen.
00:08:03: Ich weiß, wie schwer das ist.
00:08:04: ich kann auch mal recht emotional sein.
00:08:06: mein Umfeld toleriert das zum Glück meistens.
00:08:10: vielen Dank dafür.
00:08:12: und dann neugierig werden.
00:08:14: okay wo spürst du das im Körper?
00:08:17: Ist die Brust eng sind die Schultern hochgezogen oder hast du irgendein Knoten im Bauch?
00:08:22: Das bei mir auf der Fall klingt banal aber das hilft oft weil der Körper ehrlicher ist meistens als der Kopf Und dann der hättest du Schritt Abstand nehmen.
00:08:34: Du hast dieses Gefühl, aber du bist nicht dieses Gefühl.
00:08:39: Das klingt ein bisschen wie ein Therapie-Poster – ich weiß das und es klappt bei mir auch nicht immer, aber manchmal reicht schon der Versuch.
00:08:45: Ja?
00:08:45: Es reicht oft schon um wieder ein bisschen mehr Steuern, Lenkrad in die Hand zurückzubekommen und zurück zu dir zu finden.
00:08:54: Gefühle sind erstmal Daten und kein Drama!
00:08:59: Und danach kommt dann noch eine Stufe weiter, nicht nur fühlen sondern merken das du gerade fühlst und den Abstand zum eigenen Erleben aufmachen.
00:09:06: Aber das machen wir jetzt noch nicht, es kommt vielleicht später also für diese Woche.
00:09:11: merk dir wenn irgendwas hochkommt bevor du das wegdrückst.
00:09:15: kurz atmen anhalten.
00:09:17: was ist das eigentlich?
00:09:19: wie heißt das?
00:09:20: Das benennen dein Gehirn braucht das Wort um den Alarm runter zu fahren und dann geht's vorbei.
00:09:27: das klingt Super simpel, aber das stimmt.
00:09:32: Alles klar!
00:09:32: Ich bin Kai, das ist Bodenhaftung Folge Nummer vier und wir hören uns sehen uns gerne nächste Woche wieder.
Neuer Kommentar