Warum du nach einem schweren Tag Geld ausgibst
Shownotes
Das Geld war gerade noch da. Jetzt ist es weg, ohne dass ein einzelner absurder Kauf die Sache erklärt. Kai verfolgt die Spur rückwärts und landet bei einem schweren Moment einige Tage zuvor. Über Geldskripte, zwei Arten von Sicherheit und den „Ruhekauf“: eine Ausgabe, die keinen Gegenstand, sondern kurz Ruhe kauft.
Transkript anzeigen
00:00:00: Du guckst auf dein Konto und oh, wunder.
00:00:03: die Zahl ist niedriger als sie sein dürfte.
00:00:05: Nicht dramatisch niedrig kein Alarm, Drama was auch immer aber schon irgendwie niedrig genug dass dein Kopf nochmal ganz dringend nachrechnen muss ob das denn so sein kann.
00:00:19: Die Kohle war doch gerade erst noch da.
00:00:23: Du gehst die Buchung durch hier etwas bestellt Da was bezahlt.
00:00:27: nichts davon sieht für sich genommen besonders groß aus.
00:00:29: es gibt nicht diesen einen absurden Riesenkauf, auf den du zeigen könntest.
00:00:34: Nur mehrere Entscheidungen die in ihrem jeweiligen Moment offenbar völlig in Ordnung waren und jetzt ist die Kohle halt wieder weg!
00:00:43: Die nahe liegende Erklärung wäre ich kann einfach nicht mit Geld umgehen Ich war wieder undiszipliniert.
00:00:48: Ich habe mich aufgepasst und müsste mich besser kontrollieren.
00:00:51: Das Problem ist nur dass diese Erklärungen genau an der Stelle anfängt an der die eigentlichen Geschichte schon fast vorbei ist.
00:01:04: Also, dann gehe ich nochmal zurück.
00:01:07: Nicht um jede Ausgabe vor Gericht zu stellen!
00:01:09: Ich will wissen wann aus Geld das eben noch Sicherheit war?
00:01:12: Geld geworden ist dass raus musste weg am Tag davor sich erst mal nichts besonderes.
00:01:20: Normale Buchungen, Dinge die ich begründen kann... Das ist ja nicht so als hätte ich nachts betrunken irgendwie in Wirpo bestellt oder so oder mir eine Sauna auf ein Balkon gestellt Wenn mich jemand bei jedem einzelnen Kauf gefragt hätte, warum ich den mache, hätte ich vermutlich auch eine ganz brauchbare Antwort darauf gehabt.
00:01:40: Und noch ein Tag zurück war die Kohle halt noch da und ich weiß dann noch wie sie das angefühlt hat.
00:01:44: Bruch!
00:01:45: Nicht wohlhabend reich nicht euphorisch einfach ganz kurz... nichts.
00:01:52: Kein Druck kein Problem dass gerade noch mir greift pure Entspannung.
00:01:56: Ich sehe die Zahlen denke ja okay cool passt als prima.
00:02:02: Wenn ich jetzt diese beiden Bilder nebeneinander lege, bleibt als Antwort eigentlich nur Disziplin übrig.
00:02:08: Erst war Geld da dann habe ich Dinge gekauft und dann war weniger da.
00:02:11: Dafür brauche ich keinen Finanzpsychologen dafür reicht minus rechnen.
00:02:20: Nur erklären uns die Grundrechenarten leider nicht warum ich dieselbe Reihenfolge und dasselbe Prinzip kenne und das trotzdem wiederhole.
00:02:30: Ich habe das Muster ja nicht zum ersten Mal bemerkt, ich weiß dass Geld reinkommt und kurz darauf wieder Fluss entsteht.
00:02:37: Ich weiß auch dass sich mich hinterher darüber ärger.
00:02:41: Aber mehr Wissen über den Konto stand hat daraus erstaunlich wenig gemacht hat wahnsinnig wenig daran verändert.
00:02:49: Also die ich Gedanken noch weiter zurück weg von den Buchungen.
00:02:55: Was waren in Tagen davor?
00:02:56: was war da eigentlich los?
00:02:57: War da was?
00:02:59: Und Spannend, da ist tatsächlich was.
00:03:02: Was in keiner Banking-App auftaucht.
00:03:04: Da war ein schwerer Moment... Ein Kacktag, irgendwas Blödes!
00:03:08: Kein Weltuntergangding nicht so für ich mein Leben neu sortieren muss sondern eher eine Anspannung die etwas länger im Raum geblieben ist als mir lieb gewesen wäre.
00:03:20: Etwas das ich kurz festhängen gespürt habe bei dem ich mich irgendwie machtlos gefühlt hab wo irgendetwas stecken gebliehen ist Und mit Geld hat das in dem Moment erst mal überhaupt nichts zu tun gehabt.
00:03:38: und genau deshalb habe ich beides so lange getrennt betrachtet.
00:03:42: Hier war mein Leben, dass gerade schwer war und blöd und da waren meine späteren Pause gaben.
00:03:49: Da waren meine ... So.
00:03:52: Inzwischen lagen Tage und diese Verzögerung sah aus wie quasi die Befreiung von jedem Zusammenhang.
00:04:00: aber wenn Diese Strecke, diese Reise rückwärtsgier liegt der schwere Moment dieser Kacktag plötzlich direkt vor dem ersten Kauf.
00:04:10: Und das ist doch verwunderlich oder?
00:04:13: Ich glaube nicht dass ich in diesem Moment bewusst denke mir geht es schlecht.
00:04:16: also bestelle ich jetzt was raus mit der Kohle.
00:04:19: so sauber arbeitet das nicht.
00:04:23: Der kauf kommt eher als kleine Bewegung.
00:04:27: Ich entscheide etwas.
00:04:28: Ich suche fast aus.
00:04:29: Ich drücke auf den Knopf und für ein paar Minuten ist da nicht mehr nur dieser fest gefahrene Kackzustand.
00:04:35: Vorher war da Anspannung, hinterher ist es ein bisschen rüger.
00:04:40: Und das gekauft ist natürlich auch da klar!
00:04:42: Ich will nicht so tun als wäre der Gegenstand bloß Tarnung und jeder spontane kaufen psychologischer Notruf.
00:04:48: manchmal will ich halt einfach was haben.
00:04:50: aber in dieser rekonstruierten Reihenfolge wird sichtbar dass manche Ausgabe definitiv noch einen zweiten Gegenwert hatte.
00:04:58: sie hat meinen Zustand gewechselt.
00:05:02: Das ist der Punkt, an dem für mich der Ruhekauf oder Beruhigungskauf auftaucht.
00:05:09: Nicht als besondere Produktkategorie oder so was sondern auf den Beleg steht auch nichts davon.
00:05:15: Ruhe kauf heißt nur in diesem Moment kaufe ich nicht in erster Linie den Gegenstand, sondern den kurzen Weg von Anspannung zu eben Ruhe!
00:05:30: Von außen sieht das aus wie jeder andere Kauf.
00:05:32: Klar, innen ist das aber was anderes.
00:05:34: und weil die Ausgabe tatsächlich kurz funktioniert wie sie soll mich zu beruhigen.
00:05:40: Ist das Muster auch nicht einfach blöd?
00:05:42: Ich habe eben Fluss erzeugt Bewegung.
00:05:45: ich muss dass schwere Die doofe situation für einen moment einfach nicht fühlen.
00:05:51: der druck ist nicht weg Aber es leiser Für den moment und fürs erste reicht das auch erst mal später.
00:06:01: Wenn ich dann wieder aufs Konto gucke, bewerte ich aber nur noch die finanzielle Entscheidung.
00:06:05: Und dann nenne ich mich eben undiszipliniert, ärgere mich über das Geld und übersehe dass sich in dem entscheidenden Moment gar kein Geldproblem zu lösen versucht habe.
00:06:14: Ich wollte einen Zustand beenden.
00:06:17: Das entschuldigt nichts!
00:06:18: Das Geld ist trotzdem weg und die Konsequenz wird nicht kleiner nur weil der Kauf eine emotionale Arbeit erledigt hat Es verändert aber wo ich drauf gucken muss Wenn ich immer nur den letzten Schritt beschimpfe, bleibt der erste und das ist meistens der relevante total unsichtbar.
00:06:38: So an der Stelle könnten wir jetzt die ganze Strecke schnell wieder in die Kindheit verlängern.
00:06:42: Der typische Teil kommt daher fertig.
00:06:46: Das wäre mir aber zu sauber.
00:06:48: Ich erinnere mich nämlich nicht an einen Küchentisch an dem jemand beigebracht hat wenn Druck da ist gibt Geld aus.
00:06:54: so ein Satz braucht es aber auch nicht unbedingt.
00:06:57: Ich habe früher erlebt dass Geld nicht nur eine Zahl ist.
00:07:00: Es verändert Atmosphäre.
00:07:01: Wenn es knapp ist, wird's ungemütlich.
00:07:04: Dann wirds auch enger im Raum Und nicht bildlich gesprochen.
00:07:10: Okay?
00:07:11: Wenn das da ist dann kommt meistens Entspannung.
00:07:15: Das wird ein bisschen chilliger.
00:07:17: Darüber muss niemanden Vortrag halten.
00:07:19: Ein Kind merkt ziemlich genau wie sich der Ton verändert und wann.
00:07:23: dieser kurze Wechsel kommt Spannend.
00:07:29: Die Forschung hat einen Begriff dafür.
00:07:33: Diese unbewussten Regeln werden Geldskripte genannt.
00:07:35: Das ist ein Begriff, den hat Brad Clons geprägt ... seines Zeichens Finanzpsychologe.
00:07:44: Ein sehr gutes Buch dazu geschrieben.
00:07:45: Ist ein bisschen teuer aber man kann das auch ausleihen.
00:07:48: und in der ... In dem Gedankenkonstrukt ist ein Skript ein sehr passendes Bild dafür weil es nicht jedes Mal vorgelesen werden muss.
00:07:59: Es läuft im Hintergrund.
00:08:01: Das legt nah, was als nächstes passiert.
00:08:05: So und für meine Spur heißt das jetzt nicht die Kindheit ist Schuld sondern es heißt nur dass der Zusammenhang zwischen Geld und Ruhe älter sein kann als meine heutigen Vorsätze.
00:08:15: Vielleicht lautet die gelernte Regel ungefähr so wenn Druck da ist kann Geld ihnen kurz kleiner machen Nicht lösen!
00:08:21: Nur eben kleiner machen.
00:08:23: Dann ist ich kann nicht mit Geld umgehen.
00:08:25: keine besonders genaue Beschreibung meiner Person.
00:08:27: Es beschreibt nur das sichtbare Ende eines Ablaufs.
00:08:32: Ältere Regel darunter ist viel konkreter und leider auch ziemlich wirksam.
00:08:38: Denn jetzt kippt die Sache!
00:08:40: Das Geld, das am Anfang auf dem Konto lag war ja nicht bedeutungslos – es ist nie.
00:08:45: Es hat auch dort schon Ruhe versprochen.
00:08:48: Wenn's liegen bleibt bin ich morgen sicherer.
00:08:52: Eine Rechnung bringt mich weniger schnell ins Schwitzen.
00:08:54: Ein schlechter Monat ist halt ein schlechter monat Egal.
00:08:59: Ich kann auch mal einen Sebertical machen whatever Der schwere Moment.
00:09:04: der Kack-Tag gibt demselben Geld aber einen zweiten Auftrag.
00:09:07: Benutzt mich jetzt, dann wird's heute kurz leichter.
00:09:10: Fühlt sich besser!
00:09:12: Beide Aufträge wollen ja was?
00:09:15: Sicherheit.
00:09:16: und der eine will die Ruhe von morgen schützen... ...und der andere will die ruhe von heute herstellen.
00:09:22: Deshalb fühlt sich der Kauf in seinem Moment nicht wie ein Angriff auf meine Sicherheit an sondern er fühlt sie selbst wie Sicherheit an.
00:09:30: Das ist ein bisschen abstrakt, aber es ist tatsächlich so und genau daraus entsteht eine Rechnung.
00:09:36: Für die kurze Ruhe heute schwäche ich das was mir morgen Ruhe geben sollte.
00:09:43: danach liegt weniger Geld da also steigt der Druck.
00:09:47: mehr Druck macht die schnelle Entlastung beim nächsten Mal wieder attraktiver und wichtiger.
00:09:52: dass Muster erzeugt damit einen Teil des Zustands den es anschließend wieder beruhigen soll ist ein Teufelskreis, es ist fast ein Perpeto-Mobilier.
00:10:01: Das befeuert sich selbst und das ist eben schwerer als die Frage ob mein einzelner Kauf vernünftig war.
00:10:09: Ich verlange von dem selben Geld zwei entgegensetzte Dinge.
00:10:12: Es soll mich beruhigen wenn etwas schwer wird und es sollen mich davon schützen dass etwas schwer werden.
00:10:18: Das ist beides total verständlich.
00:10:20: Beides gleichzeitig kann der Kontostand nicht zuverlässig leisten, es sei denn es ist eine beliebige Menge Geld verfügbar Und vielleicht hat mich deshalb auch mein Wissen nicht gerettet.
00:10:31: Ich kann den Ruhekauf benennen, ich kann das Geldskript verstehen und die Buchungen ziemlich klug auswerten – ich hab da Excel-Tabellen für gebaut später mit KI… alles Mögliche!
00:10:42: Nur entsteht dadurch noch keine andere Reaktion in dem Moment in dem ich festhänge und irgendwas im Bewegung bringen will?
00:10:50: Einsicht ist nicht dasselbe wie die Fähigkeit einen schweren Zustand ein Kacktag eine Weile, einen Kacktag sein zu lassen.
00:11:01: Das sage ich nicht gern!
00:11:02: Weil Disziplin wäre als Erklärung definitiv bequemer okay?
00:11:07: Dann bräuchte ich... ...eine strengere Regel oder ein besseres Budget.
00:11:13: das kann beides sinnvoll sein.
00:11:15: aber keine dieser Sachen beantwortet die Frage was in mir passieren soll wenn der Druck da ist und dass Geld diesmal nichts für mich tun soll.
00:11:26: vielleicht beginnt die Veränderung deshalb nicht beim nächsten Blick aufs Konto.
00:11:32: Da sehe ich wieder nur das Ende.
00:11:33: Interessant ist der Moment davor, an dem das Leben schwer wird und noch überhaupt keine finanzielle Entscheidung im Raum steht.
00:11:42: Kann ich dann merken dass gerade was nach Entlastungen sucht bevor daraus scheinbar unabhängigem Kauf wird?
00:11:49: Ich muss den Zusammenhang nicht groß analysieren auch nicht jeden spontanen Wunsch verdächtig machen!
00:11:54: Es reicht fürs Erste, wenn diese beiden Ereignisse überhaupt wieder in derselben Geschichte vorkommen.
00:12:00: Der schwere Dienstag und die Bestellung am Donnerstag – nicht als Anklage eher als Zusammenhang den die anderthalb Tage dazwischen bisher sehr gut versteckt haben.
00:12:10: Dann kann Geld liegen bleiben ohne dass ich daraus sofort ein Beweis meiner neuen Disziplin machen muss!
00:12:17: Das liegt nicht da weil ich jetzt endlich alles im Griff habe….
00:12:19: es liegt da weil es diesen einen Kackmoment schweren tag nicht für mich beenden muss und der moment der ist dann leider immer noch da.
00:12:32: Vielleicht ist genau das der teil die nicht bei all meinen späteren kontroanalysen übersehen haben.
00:12:37: wenn die ausgabe keinen zustandswechsel übernimmt bleibt zunächst kein finanzielle erfolge übrig sondern einfach ein unangenehmes gefühl, für dass ich noch keine schnelle bewegung habe.
00:12:46: Der blöde moment, der bleibt halt einfach da!
00:12:50: Der bleibt aber auch da wenn ich den durch eine Ausgabe versuche, leichter und einfacher zu machen.
00:13:00: Der geht ja nicht weg!
00:13:03: Und das ist weniger sauber als irgendein Spartipp.
00:13:06: aber vermutlich ist es deutlich näher an dem was tatsächlich passiert.
00:13:13: Beim nächsten mal werde ich nicht so erst wissen ob ich etwas wirklich will oder gerade einfach wieder nur Ruhe brauche.
00:13:21: Ich werde auch nicht jede Ausgab stoppen in dieser gesamten Geschichte aufwache und bewusst werde, nicht erst bei der Zahl auf dem Konto sondern vielleicht schon da wo der Druck anfängt nach einem Auftrag für mein Geld zu suchen.
00:13:35: Dann muss mich das Geld in diesem Moment... ...nicht retten!
00:13:40: Und was dann mit diesem schönen Moment und dem Kak-Tag passiert?
00:13:44: Das bleibt die ehrlich offene Frage.
Neuer Kommentar