Warum du im Meeting nickst, obwohl du nichts verstehst

Shownotes

Die letzte Folie ist kaum weg, da geht die erste Hand hoch. Es geht um Skalierbarkeit, Abhängigkeiten und Flughöhe. Nur nach der Abkürzung, die du seit zwölf Minuten nicht verstehst, fragt niemand.

Fragen können Wissenslücken schließen. Sie können aber auch Kompetenz aufführen: zeigen, dass wir vorbereitet sind, das große Ganze sehen und schon ungefähr wissen, wie die Antwort lautet. Das ist nicht bloß Fassade. Ratsuche kann uns tatsächlich kompetenter wirken lassen. Nur verschwindet die eigene Lücke dadurch nicht.

Diese Folge handelt von geübter Inkompetenz, dem Spotlight-Effekt und der Frage, warum ein lebhaftes Meeting nach Lernen klingen kann, obwohl niemand beim Lernen gesehen werden will.

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00:00:00: Kaum ist die letzte Folie weg, geht schon die erste Hand hoch.

00:00:04: Wenn ich dich richtig verstehe, ist der entscheidende Hebel also die Skalierbarkeit?

00:00:08: Der präsentierende Danik, ja jemand tippt diesen Satz mit höherbaren Klackern in seinen Laptop und zwei andere, die am Tisch sitzen lehnen sich so ein bisschen weiter nach vorne.

00:00:22: Gute Frage klingt jedenfalls so!

00:00:25: Und bevor die Antwort Ganz zu Ende, es kommt auch schon die nächste Frage.

00:00:30: Es geht um keine Ahnung Abhängigkeiten, um das Zielbild, die Flughöhe All solche Sachen.

00:00:37: Der Raum und die Leute da drin sind wach keiner sitzt da und wartet irgendwie nur auf Feierabend.

00:00:43: Nur Diese eine Abkürzung da oben Da oben rechts die du seit zwölf Minuten nicht verstehst Nach der fragt leider niemand.

00:00:55: Du hast so nix.

00:00:58: Und ja Es gibt ja Meetings, in denen viele Fragen gestellt werden.

00:01:03: Aber woran merkst du eigentlich?

00:01:05: Ob da jemand gerade was verstehen will oder ob er so aussehen will das er versteht.

00:01:17: Ich will den Raum und die Menschen drinnen auf gar keinen Fall künstlich schlechter machen als es ist.

00:01:24: Ich habe sehr viel meiner beruflichen Stationen eine sehr offene Kultur erlebt.

00:01:29: Da werden Fragen auf jeden Fall eher belohnt.

00:01:32: Warte mal, ich bin noch nicht ganz dabei und niemand rollt mit den Augen.

00:01:36: Ganz im Gegenteil, ganz viele andere oft atmen hörbar aus weil sie an der selben Stelle irgendwie ausgestiegen sind.

00:01:45: Und das ist keine nette Zugabe sondern so lernt ein Raum und die Menschen darin.

00:01:51: Jemand macht eine Lücke sichtbar jemand anders erklärt sie und danach wissen tatsächlich mehr Leute mehr als vorher.

00:02:00: Die Frage hat generell eine einfache Funktion.

00:02:02: Ich will was verstehen, dass ich noch nicht verstanden habe.

00:02:08: Gerade wenn du neu bist irgendwo dann kann sich das trotzdem aber erst mal anders anfühlen.

00:02:15: Ich kenne es selber von früher als Junior als Freelancer bei einem Kunden den ich gerade erst kennengelernt hab.

00:02:21: da saß ich teilweise vor Folien mit Kästen feilen und irgendwelchen kürzeln Und ja, hab genickt und mir die Lücken abends zu Hause zusammengesucht beziehungsweise die Antworten darauf.

00:02:36: Offiziell für mich war das natürlich total effizient, ich wollte ja den Laden nicht aufhalten.

00:02:41: ehrlich gesagt wollte ich aber vor allem nicht dass jemand merkt wie viel ich noch nicht wusste.

00:02:46: vielleicht und dabei war der Raum mit seinen Menschen darin oft gar nicht das Problem Die Leute hätten mir die Abkürzung vermutlich in zwanzig Sekunden oder weniger erklärt.

00:02:57: Der kleine Alarmgeber saß mal wieder natürlich wo auch in mir Und da haben wir ihn wieder, dass es der Affe der Zugehörigkeit sichern will.

00:03:08: Bevor überhaupt irgendjemand in Frage gestellt hat ob du dahin gehörst und dann ja irgendwann verstehst Du die Abkürzung und du kennst die Kästen und weißt welcher Pfeil wohin läuft und du stellst auch Fragen.

00:03:25: Gute sogar!

00:03:27: Nur bei diesen Fragestellen kann sich auch ganz leise was verschieben denn je mehr ein Meeting auch irgendwann vielleicht zur Bühne wird, desto weniger geht es nur darum was gesagt wird.

00:03:41: Dann läuft im Schatten noch so eine zweite Besprechung mit und die ist ein bisschen diffiziler.

00:03:50: Da geht's darum wer wirkt vorbereitet?

00:03:53: Wer sieht das große Ganze?

00:03:54: Wer kann einen Gedanken so aufnehmen dass er danach fast wieder eigene klingt?

00:04:00: Die Frage Bleibt äußerlich dieselbe, innen bekommt sie aber eine andere Aufgabe.

00:04:07: Du fragst nicht mehr nur weil dir was fehlt du fragst auch weil die richtige Frage zeigen kann dass du auf der richtigen wieder Flughöhe unterwegs bist okay?

00:04:18: Du hörst bei dem Vortrag nicht bloß zu und du guckst dir nicht nur die Präsentation an sondern Teil von Dir sucht schon nach der Stelle an der du klug schlau smart einsteigen kannst.

00:04:30: nicht zu früh das Wirkt eifrig.

00:04:34: Mach mal easy, aber auch nicht zu spät dann ist der gute Punkt weg sondern vor allen Dingen auch möglichst was was offen klingt und trotzdem erkennen lässt dass du die Antwort im Grunde schon kennst.

00:04:45: und das ist Eindrucksverwaltung.

00:04:50: Und das ganz unangenehme daran ist Das funktioniert In einer Reihe von versuchen sollten Menschen um Rat bitten oder eben allein entscheiden könnte erwarten, dass die Ratsuchen weniger kompetent gewirkt haben weil sie ja sichtbar was nicht wussten.

00:05:10: Beim Gegenüber passierte aber eher das Gegenteil.

00:05:13: Wer um Rat gefragt wurde hielt den Fragenden anschließend für fähiger.

00:05:19: Die Frage schmeichelt nämlich übrigens auch dem der sie beantworten darf im Sinne von.

00:05:24: ich halte deinen Urteil für wertvoll.

00:05:26: Fragen ist also sozial nicht automatisch riskant.

00:05:31: Das kann sogar Status bringen.

00:05:33: Und sobald ein System das merkt, wird aus Neugier ziemlich schnell ein Instrument.

00:05:38: Ich sage jetzt mal leider... Du übernimmst Gesprächsführung, setzt einen klugen Rahmen und kontrollierst vor allem welche Frage oder Fragen im Raum stehen?

00:05:54: Das Problem eine Sorte Frage bleibt dabei auffällig selten – nämlich die bei der deine eigene Lücke nicht elegant verdeckt ist.

00:06:07: Also wenn ich dich richtig verstehe, ist der entscheidende Hebel also die Skalierbarkeit ja?

00:06:14: Vom Mal steht da ein Fragezeichen.

00:06:20: meistens klingt es aber eher wenn ich mich richtig versteh bleibt der entscheiden Hebel die Skaliberkeit.

00:06:26: dann geht die Stimme schon bisschen weniger hoch am Satz Ende denn eigentlich ist das so eine kleine Pressemitteilung aller.

00:06:32: Ich habe verstanden wo hier der entscheide Hebel liegt und darf der andere noch nicken?

00:06:39: Oder so was wie, das schärfen wir nachher noch mal bilateral.

00:06:42: Das ist... ...noch nicht mal mehr eine richtige Frage erfüllt aber denselben Zweck.

00:06:47: Es signalisiert dass du eine relevante Unschärfe erkannt hast und selbstverständlich weißt wie man damit professionell umgeht natürlich.

00:06:54: Sehr logisch!

00:06:56: Was genau dieser Kasten auf der Folie tut kannst du dann nachher im Zweigespräch fragen oder wahrscheinlich googeln?

00:07:02: Oder ne KI-Fragen oder irgendwie aus dem Kontext ziehen naja Je länger du dabei bist, desto besser wirst Du in solchen Sätzen.

00:07:12: Beim Junior fühlt sich der Platz auf dem er sitzen diesen Runden noch so ein bisschen geliehen an.

00:07:17: beim Senior hängt da aber schon einen Ruf dran.

00:07:22: Da wird es interessant, da wurden über Jahre Entscheidungen getroffen Fehler früh gesehen und Verantwortung getragen Und das ist echte Kompetenz wirklich wahrhaftig.

00:07:31: Das ist gelebte Fähigkeit.

00:07:34: im Job.

00:07:37: Wird das irgendwann womöglich nicht mehr was du hast, sondern was du vorführen musst.

00:07:43: Was du zeigen musst und dann wird aus ich habe das noch nicht verstanden keine Lücke im wissen mehr Sondern so ein kleineres im bild dass die anderen von dir haben sollen Und hoffentlich haben.

00:07:56: Inorganisationen gibt es dafür einen ziemlich genauen Begriff Das heißt geübte inkompetenz.

00:08:02: Menschen können hochkompetent darin werden, Peinlichkeiten und Bedrohungen zu vermeiden.

00:08:06: Und genau diese Übung macht sie an der entscheidenden Stelle Lernunfähig!

00:08:12: Okay, lernunfähig.

00:08:13: die heiklen Dinge werden so elegant um Schiff dass selbst das umschiffen nicht mehr debattierbar ist.

00:08:19: Ja da sitzt ein Führungskreis von einem Projekt bei dem seit Monaten irgendwas nicht stimmt Irgendwas kapital schief läuft und alle sprechen kenntnisreich über Ressourcen Schnittstellen Timing, es gibt Rückfragen, Einordnungen und sogar eine lebhafte Diskussion.

00:08:36: Nur der Satz... ich verstehe ehrlicherweise überhaupt nicht mehr was wir hier eigentlich bauen wollen kommt nicht vor.

00:08:45: Dieser Raum in die Menschen darin ist keine Stille.

00:08:50: das macht das ja so schwer zu erkennen.

00:08:52: Das klingt nach Lernen obwohl alle Fragen so gewählt sind dass niemand beim Lernen gesehen werden muss.

00:09:01: Welche deiner Fragen würde übrig bleiben, wenn niemand wüsste dass sie die von dir kommt?

00:09:09: Zer oben rechts auf der Folie da steht immer noch diese Abkürzung.

00:09:13: Der Präsentierende benutzt sie zum dritten mal.

00:09:15: du könntest einfach sagen ganz kurz Wofür steht das eigentlich?

00:09:20: Sechs Sekunden vielleicht acht und dann wird die Sache geklärt.

00:09:23: in deinem Kopf ist es aber keine acht Sekunden Frage.

00:09:28: Da geht ein Scheinwerfer an.

00:09:31: plötzlich sehen alle dass du was nicht weißt, das offenbar zum kleinen einmal als gehört.

00:09:38: Du spürst das wie so ein Zug im Nacken und guckst dann lieber noch mal vorsichtshalber sehr konzentriert auf diese Folie.

00:09:50: Bei Experimenten zum sogenannten Spotlight-Effekt bekamen Menschen ein ziemlich peinliches T-Shirt und mussten damit einen Raum voller anderer fremder Menschen geben Und hinterher überschätzten sie natürlich deutlich, wie viele das Motiv überhaupt bemerkt hatten.

00:10:09: Die anderen in dem Raum waren wenig überraschend eigentlich hauptsächlich mit sich selber beschäftigt.

00:10:16: Im Meeting passiert genau dasselbe.

00:10:19: Du hältst deine naive Frage für eine Durchsage über deine Kompetenz.

00:10:27: Für die meisten anderen wäre sie ein Satz der kurz auftaucht und wieder verschwindet.

00:10:33: Vielleicht hilft er ihnen sogar.

00:10:36: Nur, da auch willst du dich nicht unbedingt verlassen.

00:10:39: also stellst du lieber eine kluge Frage bei der die Antwort nicht mehr viel kaputt machen kann.

00:10:45: Das Ding ist Die Wissenslücke verschwindet dadurch ja nicht.

00:10:48: sie trägt jetzt nur einen Hübschenanzug.

00:10:53: Ja das merkst du später.

00:10:54: Du sitzt am Abend natürlich nochmal im Rechner und suchst dir den Kontext zusammen Den jemand in zwanzig Sekunden hätte erklären können.

00:11:03: Nicht so geil oder?

00:11:04: Oder?

00:11:04: drei Leute gehen aus der selben super lebhaften Runde mit Aufträgen, die in drei verschiedene Richtungen führen.

00:11:13: Und im Protokoll stehen sieben Wortmeldungen und vier Follow-ups.

00:11:16: eine Woche später stellt sich raus dass niemand dieselbe Sache gemeint hat.

00:11:22: Das ist Ressourcenverschwendung.

00:11:25: Es gibt Kulturen tatsächlich in denen Schweigen sogar sicherer als Fragen.

00:11:30: das habe ich auch erlebt.

00:11:33: Aber die raffinierte Variante braucht eben keinen Schweigen, sondern sie produziert genug Fragen um Offenheit zu zeigen und lässt trotzdem genau die Frage aus, die wichtig wäre.

00:11:42: Die was kostet, die Eindruck hinterlässt und vielleicht sogar Schwäche zeigt.

00:11:49: Und vielleicht ist das der Unterschied auf den es bei deinem nächsten Meeting ankommt?

00:11:54: In einer guten Kultur fragst du um zu verstehen.

00:12:02: so auszusehen als würdest du verstehen.

00:12:06: Und das ist keine saubere Trennung zwischen guten und schlechten Firmen, runden was auch immer.

00:12:11: Beide Fragen können im selben Raum auftauchen und sogar manchmal auf den aus demselben Mund.

00:12:17: Der geht mir ja auch so.

00:12:19: Ich stelle auch manchmal Fragen um so aus zu sehen als würde ich verstehen.

00:12:24: Der Unterschied zeigt sich nur daran ob jemand bereit ist mit der eigenen Lücke in die Frage selber vorzukommen oder ob die Lücke lieber doch noch einen Anzug trägt und sich maskiert.

00:12:43: Welche Frage sparst du dir?

00:12:48: Und wenn Du die andere Seite dieser Rechnung sehen möchtest, dann guck Dir vielleicht als nächstes die letzte Folge an warum sich Dein Erfolg ohne Zeug nicht echt anfühlt.

00:12:59: Da braucht Dein Selbstbild diesen Blick.

00:13:03: von außen zieht es sich eher zurück oder maskiert und zieht sich schnell noch einen Anzug an.

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