„Du führst nicht. Du reagierst." – Warum deine besten Leute innerlich kündigen

Shownotes

Die Folge zu Mitarbeitenden, die sich nur noch als Funktion wahrnehmen findest du hier

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00:00:00: Deine besten Leute haben innerlich gekündigt.

00:00:02: Und schuld ist ausgerechnet das, was du für gute Führung hältst.

00:00:06: Wirklich!

00:00:07: Stell dir die Szene mal vor.

00:00:08: Montagmorgen neunundsevzehn Das leise Suchen von deinem Rechner Der Geruch von Kaffee der langsam kalt wird Und auf deinem Bildschirm Der dritte Entwurf Dritte Okay?

00:00:22: Von deinen besten Mitarbeiter.

00:00:23: und es ist wieder nicht das was ihr besprochen habt Wieder nicht auf den Punkt.

00:00:27: Du spürst das so hinten im Nacken, da ist ein leises kleines Zin dieser alte Bekannte ganz unangenehm.

00:00:35: und jetzt gibt es im Grunde nur drei Drehbücher wie dieser Film weitergehen kann Und du kennst sie alle drei Auf jeden Fall.

00:00:43: Drehbuch Nummer eins Du atmest kurz durch Deine Finger fliegen über die Tastatur Danke schaue ich mir an Neutral Professionell Kurzemail Und dann, irgendwann zwischen zwei Calls oder am besten abends wenn die Kids schon im Bett sind und du eigentlich endlich Ruhe hast machst du die Datei auf und machst es selber.

00:01:06: Reißt das Ding in zwanzig Minuten runter zack erledigt sauber richtig fertig fühlt sich an wie Effizienz Wie Verantwortung übernehmen.

00:01:14: Der Job ist ja schließlich dass es am Ende stimmt und fertig ist.

00:01:18: Drehbuch Zwei Du schluckst den Frust runter Du reist zum Hörer setzt dieses leicht aufgesetzte geduldige Lächeln auf, dass man am Telefon nicht sieht aber hört.

00:01:30: Bei Teams Colts wird das ein bisschen schwieriger.

00:01:32: da muss man sich ein bisschen mehr anstrengen.

00:01:36: hey super Ansatz.

00:01:38: lass uns vielleicht an der und der Stelle nochmal kurz drüber schauen um das noch mal ein bisschen runter zu machen.

00:01:43: du redest von Schärfen und Justieren und hoffst dass die Botschaft irgendwie durch die Blume ankommt.

00:01:49: fühlt sich an wie Gelassenheit einem Senior-Mitarbeiter den nötigen Raum geben.

00:01:57: Drehbuch drei Es reicht Der Geduldsfaden ist so dünn wie ein Haar.

00:02:03: Du schreibst eine Mail, die trifft.

00:02:06: Kein Bullshit klar deutlich unmissverständlich Und vielleicht Ein Hauchschärfer als es am Dienstagmorgen noch nötig wäre?

00:02:14: Natürlich kein persönlicher Angriff.

00:02:16: Nein auf keinen Fall.

00:02:16: du bist der Profi.

00:02:17: nur Klarheit Fühlt sich an.

00:02:19: wie Grenzen setzen Wie Performance einfordern Effizienz, Geduld und Klarheit.

00:02:27: Klingt als hättest du das Inhaltsverzeichnis vom Standardführungshandbuch von innen auf deine Stirn tätowiert oder so?

00:02:34: Aber was wenn das alles jede Achzel dieser Varianten nur eine andere Form von Kümmigung ist?

00:02:55: Was passiert auf der anderen Seite des Bildschirms?

00:02:58: Der Mitarbeiter, er kriegt die Mail.

00:02:59: Danke schaue ich mir an und zwei Stunden später sieht er im System die finale Version davon.

00:03:05: Deine Version!

00:03:06: Und was lernt

00:03:07: der?!

00:03:07: Was ist die Lektion die du ihm gerade beibringst ohne das zu wollen?

00:03:12: Sein innerer Monolog geht dann ungefähr so... Okay.. Er macht es also wieder selbst.

00:03:17: Wozu habe ich mich jetzt die zwei Stunden gestern Abend noch um die Ohren gehauen?

00:03:23: Nächstes Mal reicht auch eine halbe Stunde, der bügelt das sowieso glatt.

00:03:26: Das ist keine Motivation – dass es in Elektionen ohne Macht!

00:03:29: Du trainierst ihm gerade an, dass seine besten Versuche, seine größte Mühe am Ende doch nicht reicht.

00:03:37: Dass auf ihn nicht wirklich Verlass ist.

00:03:38: und irgendwann lehnt er sich zurück macht seinen Dienst nach Vorschrift und hat innerlich gekündigt natürlich.

00:03:44: Und warum tun wir das eigentlich?

00:03:46: In den Management Büchern hat das sogar einen schicken Namen.

00:03:48: Paysetting Leadership heißt, dass ich Sprecher aus Erfahrung, mir geht es auch manchmal so und ich habe das auch schon gespiegelt bekommen für meinem Team, dass das manchmal vielleicht hilfreich ist aber nicht immer.

00:04:02: Du bist die Lokomotive, die das Tempo macht.

00:04:05: Kurzfristig steigert das auch die Leistung.

00:04:07: Klar!

00:04:08: Und es ist auch hilfreichen wenn man zum Beispiel Teams neu strukturieren muss oder Richtung definieren.

00:04:13: Aber langfristig erzieht das deine Leute zur Passivität.

00:04:16: Dahinter läuft in dir ein altes Programm.

00:04:19: Das ist das Kind, was gelernt hat wenn ich abräume, wenn ich funktioniere... ...wenn ich das Problem löse dann und nur dann gibt es Anerkennung, dann das Ruhr im System Und dann bin ich sicher!

00:04:32: Und Jahrzehnte später sitzt dieses Kind in einem Stuhl und nennt sich Führungskraft.

00:04:39: Variante zwei Das Runterschlucken.

00:04:41: Dieses weich gespülte Feedback fühlt sich ja wachsen an oder?

00:04:45: Sehr Ist aber oft einfach nur die nackte Angst vor Konflikt.

00:04:48: Der Nervensystem hat als Kind mal gelernt, dass diese Reibung – ein klares Nein zum Beispiel oder eine Meinungsverschiedenheit die Verbindung zu den wichtigsten Menschen in deinem Leben gefährdet.

00:04:58: Und dann speichert das eine ganz einfache Gleichung ab.

00:05:00: Konflikt ist eine existenzielle Bedrohung!

00:05:04: Also gehst du ihm aus dem Weg?

00:05:06: So logisch nenns es dann dem Team Raum geben… aber eigentlich verlässt du den Raum und deinen Mitarbeiter der sitzt da und denkt was will er jetzt eigentlich

00:05:15: schärfen?!

00:05:17: Was heißt das?

00:05:18: Die ganze Idee ist scheiße.

00:05:19: oder soll ich nun kommen ändern.

00:05:22: Diese, ich sag mal verlogen Harmonie die zermürbt mehr als jeder klare Streit.

00:05:27: und irgendwann ziehen sich die Leute zurück in ihren Kopf weil da es irgendwie ehrlich und sicher und dann kündigen sie innerlich natürlich erstmal schleichend Und dann ja dann kommt Variante drei die plötzliche Schärfe.

00:05:46: Ich erwische mich auch manchmal bei Ich glaub, da kann sich keiner von frei sprechen.

00:05:50: Bei mir ist das dann kein Schrein oder Wut die rausplatzt?

00:05:54: Das is was viel schlimmeres ehrlicherweise!

00:05:56: Es iis eiskalte blitzschnelle Struktur reparieren ja das muss doch gehen.

00:06:03: Pass auf ich bin grundsolider aufgewachsen verlässlich pünktlich alles dar und mir hat es an nichts gefehlt.

00:06:09: und dass ist auch keine Anklage ganz im Gegenteil meine Mutter hat sich wahnsinnig Mühe gegeben.

00:06:13: es war überhaupt nicht kalt bei uns zuhause oder lieblos.

00:06:16: Liebe war auf jeden Fall da absolut.

00:06:18: Die wurde nur irgendwie anders gezeigt, mehr so über Verlässlichkeit und auch ein Stück weit über Funktionieren Und über Gefühle wurde bei uns nicht so viel geredet.

00:06:27: ehrlicherweise Anerkennung lief eher darüber dass die Dinge erledigt waren.

00:06:32: In dreißig Jahre später stehe ich in der Agentur.

00:06:34: jemand ist emotional aufgewühlt und unsicher und mein Erster Impuls war damals Nicht etwa zu hören sondern mein erster Impulz war immer lösen Strukturein, nächste Schritte definieren das Problem vom Tisch kriegen.

00:06:49: Das fühlt sich an wie Kompetenz und fühlt es sich an wieder Fels in der Brandung zu sein.

00:06:53: aber am Ende war's nur eine zwölfjährige in mir der bei emotionalem Druck die Situation managen will damit sie bloß nicht gefährlich wird.

00:07:00: zum glück und ich hoffe mein team bestätigt dass ist es heute anders.

00:07:06: Aber das war ein Weg.

00:07:07: Und den mensch gegen übereinander situationen der spürt sofort erst mal dass seiner leben seine Unsicherheit gerade als Störfaktor behandelt wird.

00:07:15: Der lernt, hier kann ich nicht Mensch sein.

00:07:18: Hier muss sich eine Funktion sein.

00:07:20: Mit den Funktionen hatten wir schon mal erinnerst du dich?

00:07:23: Wenn es darum geht wie Leute heute kommunizieren ja auch so ein Thema.

00:07:29: Die Folge verlinke ich hier oben nochmal und Du siehst das förmlich.

00:07:32: dann in dem Moment wie so ne Jalousie runtergeht zack er baut eine Mauer auf und hinter dieser Mauer Ja kündigt der leise für sich Macht seinen Job weiter, logisch.

00:07:44: Aber wirklich da ist die Person nicht mehr!

00:07:48: In allen drei Fällen führst du nicht.

00:07:52: Du reagierst.

00:07:53: Du spielst ein altes Programm ab – der Affe im Anzug.

00:07:58: Das ist ein Schutzmechanismus, der mal überlebenswichtig war, aber heute deine besten Leute in die Wüste schickt.

00:08:03: und der einzige Weg aus so einem Programm auszusteigen, ist nie der den dir das Programm vorschlägt.

00:08:10: Das nächste Mal, wenn du dieses Ziehen im Nacken spürst.

00:08:13: Wenn du auf diesen Entwurf starst dein Finger hafert schon so ein bisschen über der Tastatur.

00:08:19: Danke schau ich mir an ist schon fast getippt.

00:08:21: die Maus wandert schon zum Dokument.

00:08:24: nur zwanzig Minuten denkst du dann ist der Schmerz weg Dann ist das erledigt.

00:08:28: in dem Moment tust du etwas dass sich komplett falsch anfühlt.

00:08:33: Du hebst den Hörer ab oder du stehst auf und geht sie drei Meter rüber zu seinem Platz, hoffentlich sitzt ihr ab und zu mal zusammen im Büro.

00:08:41: Und dann sagst du diesen Satz den der zwölfjährige in dir abgrundtief hassen würde.

00:08:47: Pass auf!

00:08:48: Ich sage dir das ganz ehrlich mein erster Impuls ist gerade dir das Ding komplett wegzunehmen um es selbst zu machen.

00:08:54: aber das ist mein Problem und nicht Deins.

00:08:56: Halt mich davon ab.

00:08:57: Sag mir bitte was du brauchst damit dass Deins bleibt und am Ende richtig gut wird.

00:09:02: und dann passiert etwas krasses.

00:09:03: pass auf... stille Auf der anderen Seite ist erstmal nichts, völliges Vakuum.

00:09:11: Weil das niemand erwartet.

00:09:12: Kein Chef redet so jedenfalls viele reden nicht so und wendern auch eher selten.

00:09:19: Das steht nämlich in keinem Handbuch!

00:09:21: Und du hältst diese Stille aus?

00:09:24: Dann hörst vielleicht ein ganz tiefes Luftholen... Punkt zwei einfach nicht verstanden, was du wirklich meinst.

00:09:36: Und ich hab mich nicht getraut noch mal zu fragen oder sowas wie... Ich habe die letzten zwei Nächte kaum geschlafen weil mein kleiner krank ist.

00:09:43: Mein Kopf ist matche.

00:09:43: Gib mir bis morgen und dann ist das fertig.

00:09:46: Dann ist das da.

00:09:48: In diesem einen Moment in diesem ehrlichen ungeschützten Moment geht eine Tür auf von der du nicht einmal wusstest dass sie zu war.

00:09:56: vielleicht wusst du nur nicht mal dass sie da ist?

00:09:58: Weil der Mensch gegenüber zum ersten Mal nicht gegen deinen Schutz Panzer prallt, sondern er hört dich.

00:10:08: Er hört das du ihm vertraust und dass du es weißt, dass du selber weißt wenn du gerade Mist baust.

00:10:18: Transparenz, Nähe, Empathie all die Dinge dann baust du eine Beziehung auf der Affe in dir hast diesen Moment weil in dem Moment nämlich die Kontrolle verliert und genau deshalb ist das Führung.

00:10:36: Ich bin Kai, das hier ist Bodenhaftung und wir hören uns nächste Woche wieder.

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