An dir ist nichts kaputt. Du richtest deine ganze Kraft nur aufs Falsche.

Shownotes

Halb zwei nachts, du baust an einem Werkzeug rum, statt das Eigentliche anzugehen. Und alle Erklärungen — Vermeidung, kaputtes Selbstwertgefühl, alte Wunden — klingen klug. Aber sie sind Ausreden.

Weil die Wahrheit unbequemer ist: An dir ist nichts kaputt. Dein Motor läuft. Du hängst ihn nur ans Falsche. Und ab dem Moment, wo du das weißt, fällt jede Ausrede weg.

Eine Folge über die Feigheit, die sich als Produktivität verkleidet.

Bodenhaftung — Psychologie ohne Bullshit. Neue Folge jeden Donnerstag.

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00:00:00: Es ist halb zwei nachts, alles ist still und ich sitze an meinem Rechner und baue an einem kleinen Tool rum.

00:00:06: Dass ich mir selbst irgendwann mal gefrickelt habe damit es mir Arbeit abnimmt.

00:00:10: Komischer Satz wenn man mal das ganze Sacken lässt oder?

00:00:14: Ich nehme jetzt Zeit die ich nicht habe um was zu bauen was mich am Ende Zeit sparen soll.

00:00:21: okay weird Das eigentliche Ding dass wofür ich die zeit eigentlich bräuchte bei dem ich mich zeigen müsste und was auch scheitern könnte Hatten wir ja auch alles schon mal, das liegt da hinten irgendwo im Dunkeln und wartet.

00:00:35: Wenn ich hier den letzten Backjagge diese eine Zeile Code, die nicht tut was sie soll... Ich liebe dass!

00:00:40: Es gibt ne Lösung weil es immer ne Lösung gibt.

00:00:42: Ich muss sie nur finden drauf drücken fertig ist wie so ein kleiner sauberer Sieg.

00:00:48: Und während ich da sitze höre ich im Kopf schon die Erklärungen, die ich alle auswendig kenne.

00:00:53: Die erste, die psychologische Standardnummer Du versteckst dich du vermeidest die eigentliche Aufgabe, weil du Schiss hast.

00:01:03: Die zweite tut so als wäre sie ein bisschen tiefer und raunend von einer alten Wunde vom kaputten Selbstwert davon dass ich mich im kleinen Verkriege... Weil ich mich ans Große nicht traue.

00:01:16: Und beides klingt ultra klug!

00:01:19: Beide fühlen sich auch ein bisschen wahr an und am Ende sind beide nur eine Ausrede.

00:01:24: Weil die Wahrheit mal wieder viel unbequemer ist.

00:01:29: An mir Ist nichts kaputt, okay?

00:01:39: Mein Motor ist nicht kaputt.

00:01:41: Der läuft sogar ziemlich hoch zu ruhig.

00:01:43: ich bin einfach einer der baut einer der Dinge rund macht der Fehler sucht und sie behebt.

00:01:49: Und dieser Antrieb der mich um halb zwei nachts an diesem einen Button hält das ist genau derselbe antrieb der überhaupt erst alles gebaut hat was in meinem Leben funktioniert.

00:02:02: Das ist kein Symptom Und auch kein Defekt.

00:02:05: Das ist ein Motor und der ist gut, der ist stark und meistens zuverlässig und er will halt laufen.

00:02:13: Nur so'n Motor an sich hat erst mal keine Richtung Der läuft halt Erzeugt Kraft.

00:02:21: Wohin die Kraft geht entscheidet alleine das wo ich ihn einbaue woran ich ihn hänge.

00:02:27: Und ich häng diese ganze Kraft Diese ganze nächtliche Besessenheit an das was eh schon klappt statt an das was wirklich ansteht.

00:02:36: Nicht weil ich kaputt bin, überhaupt nicht also glaube ich jedenfalls sondern weil ich ihn an die falsche Sache hänge.

00:02:45: diese ganze Kraft läuft auf einem Haufen kleiner lösbarer Probleme während es eigentlich hier unangetastet im Dunkel liegt.

00:02:53: und in dem Moment wo ich das kapiere fällt die schönste aller Ausreden weg denn solange ich glaube ich bin blockiert Beschädigt, muss erst irgendeine alte Wunder heilen.

00:03:08: Habe ich was hinter dem ich mich verstecken kann?

00:03:11: Ich kann gerade nicht!

00:03:11: Ich arbeite ja an

00:03:12: mir.".

00:03:13: Das klingt verantwortungsvoll oder tiefgründig sogar und dabei ist es eine sozialtotal akzeptierte Form von... Ja, nennen wir's wie es ist aufgeben.

00:03:26: Niemand kritisiert dich wenn du sagst, du kümmerst dich grade um deine Themen.

00:03:30: Ja, die Leute nicken sogar verständnisvoll.

00:03:32: Üblicherweise du kriegst Anerkennung für deinen Stillstand weil er so reflektiert aussieht.

00:03:39: aber wenn der Motorkern gesund ist Wenn der Antrieb einfach da ist und funktioniert dann ja bleibt von all dem nicht viel oder auch gar nichts übrig.

00:03:50: Dann bleibt nur die nackte unbequeme Tatsache ich zeige jeden Abend freiwillig woanders hin Das ist meine Wahl.

00:03:58: Niemand zwingt mich dazu, es gibt keine Blockade.

00:04:01: Es gibt nur eine Entscheidung die ich treffe Indem ich sie nicht treffe.

00:04:07: und ich glaube das sind die einzig schlechten Entscheidungen.

00:04:10: Und am Ende ist die eigentliche Frage Warum?

00:04:14: Wenn die Kraft da ist warum hänge ich Sie an die kleinen Sachen und nicht an das was wirklich zählt?

00:04:19: Ganz einfach!

00:04:20: Das kleine der Bug Das Tool Das ist beweisbar.

00:04:24: Da gibt es einen klaren Zustand kaputt Mit einem klaren Zustand Fertig und dazwischen liegt nur saubere Logik.

00:04:32: Wenn ich da eine Stunde reinstecke, ist danach nachweislich was besser als vorher.

00:04:37: hoffentlich.

00:04:39: Ich kann drauf sagen, ich habe etwas getan Und das andere?

00:04:44: Das Wichtige dahinten im Dunkeln?

00:04:47: Das ist meistens nicht mal kompliziert Es ist nur unübersichtlich es bietet keine schnellen Siege und vielleicht bietet es auch gar keinen.

00:04:57: Das ist das Gespräch, dass man führen muss.

00:04:58: Ohne zu wissen wie es ausgeht oder die Seite an der man drei Stunden ringt um am Ende einen Absatz geschrieben zu haben, der sich am Morgen vielleicht falsch anfühlt?

00:05:11: Das ist die Entscheidung über die eigene Zukunft.

00:05:13: für die gibt's keine Checkliste.

00:05:15: Das Wichtige hat keine benutze Oberfläche kein Handbuch.

00:05:19: Es ist nur ein großes nebliges Feld und du weißt nicht mal ob am ende überhaupt was Dabei raus springt, ob am Ende von diesem Feld überhaupt was auf dich wartet.

00:05:31: Den Motor – den inneren Antrieb ans Wichtige zu hängen heißt sich mit leeren Händen vor genau diese Ungewissheit zu stellen.

00:05:40: Energie in etwas reinstecken das man nicht kontrollieren kann und dass dem Zweifel zurückstartet und nicht mitspielt.

00:05:47: Arbeiten ohne zu wissen was am Ende rauskommt!

00:05:51: Und für jemanden der seine Existenzberechtigung aus liefern und fertig zieht ist das das nackteste und unangenehmste überhaupt mit leeren Händen.

00:06:00: Da stehen heißt nämlich, ich kann grad nicht sagen was ich geschafft habe.

00:06:05: Ich kann nur sagen, ich hab's versucht Und versucht es für einen Macher Das schlimmste Wort dass es gibt.

00:06:14: Es fühlt sich an wie Kontrollversuchst.

00:06:16: Also drehe ich mich wieder zu dem was ich kenne Zu dem kleinen perfekten System Was mir gehorcht weil ich die Regeln selbst geschrieben habe Und ich nenne das dann Vorbereitung.

00:06:29: Ich nenn es Grundlagen schaffen oder optimieren, aber ganz ehrlich ist es Flucht nicht mal vor der Angst zu scheitern sondern vor der Ungewissheit ob da überhaupt ein Ziel ist und auch vor der Scham am Ende nichts greifbares in der Hand zu haben.

00:06:47: Riesenthema!

00:06:58: Der erzählt meistens Bullshit.

00:07:00: Ich weiß nur, dass höher auf zu bauen der falsche Satz ist.

00:07:04: Das wäre als würdest du jemandem mit einem starken Motor sagen, mach ihn aus!

00:07:08: Was für eine Verschwendung oder?

00:07:10: Der Antrieb ist ja nicht das Problem... ...der ist tatsächlich die Lösung.

00:07:14: Du sollst nicht aufhören.

00:07:16: Du solltest den Button einfach mal Button sein lassen und dieselbe Energie, dieselbe Konzentration Den selben Willen zur Perfektion auf DAS richten wovor dir bisschen flau ist so vor du vielleicht Angst hast.

00:07:32: Und das auch nicht erst morgen, jetzt!

00:07:35: Diesen einen Tab zu machen und den anderen aufmachen, den einen Anruf machen statt die Kontaktliste zu sortieren, die eine Seite schreiben statt die Notiz-Apps zu vergleichen oder den besten Writer einfach machen – und dass es unendlich viel schwerer als aufführen kann.

00:07:52: jeder Aber zählen, die ganze Kraft nehmen und sie bewusst auf den richtigen Punkt lenken.

00:07:58: Auf denen er wirklich zählt ohne zu wissen was passiert?

00:08:02: Das ist die eigentliche Arbeit!

00:08:04: Das ist der Moment wo du aufhörst dich zu verwalten und anfängst Dich zu führen in die richtige Richtung zu führen.

00:08:15: das unangenehmste kommt aber zum Schluss.

00:08:18: wenn ich es nicht mache, wenn ich heute Nacht wieder an diesem Werkzeug sitze statt an der einen Sache dann kann ich mir hinterher nicht mal mehr einreden.

00:08:27: Ich sei blockiert oder würde mich selbst sabotieren?

00:08:31: Ich habe den Motor!

00:08:32: Ich weiß es, er läuft.

00:08:34: Ich hänge ihn nur bewusst ans Falsche, bau ihn ins falsche Auto oder das Auto fährt in die falsche Richtung.

00:08:40: Es ist schwierig.

00:08:43: Es ist still im Raum und nur der Lüfter somt und das ist keine Störung, die danach halt.

00:08:48: Das ist eine Feigheit die sich als Produktivität verkleidet hat.

00:08:53: Und das tut am Ende wirklich mehr weh, als jede Diagnose weil es mir die Verantwortung zurückgibt.

00:08:58: Vollständig!

00:08:59: Es gibt nichts zu heilen.

00:09:01: Es gibt tatsächlich nur was zu tun oder eben nicht.

00:09:06: aber die Entscheidung dafür liegt bei mir.

00:09:10: Die Entscheidung ob du dabei bleibst liegt bei dir.

00:09:12: Ich freut mich sehr sehr freuen.

00:09:14: ich bin Kai.

00:09:16: Das hier ist Bodenhaftung und wir hören uns sehen uns nächste Woche.

00:09:20: Untertitel im Auftrag des ZB.

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